Die besten Ideen entstehen in der Hängematte: 

DIE SOFTWINGS‐STORY           

Teil 1: Das Paradies 

Die Geschichte von Softwings hat auf meiner Trauminsel in Thailand begonnen und sie hätte auch nirgends anders beginnen können. 

Ich liebe dieses Land. Ich liebe das Meer, die Strände, die Wärme, den Duft.  Und vor allem liebe ich die Menschen dort, ihre Art zu leben, ihre Freundlichkeit, ihre Gelassenheit und ihre Freude. Als ich einmal fünf Monate  lang bei ihnen leben durfte, hatten sie mein westliches Lebensmodell (= viel  Arbeit, noch mehr Stress, permanente Hektik) in Kürze entzaubert. In Thailand  zählt viel, wer viele Freunde hat und viel liebt – und nicht derjenige, der viel besitzt. 

Ihr Konzept sah für mich vor: in der Hängematte liegen, ausruhen, gelegentlich  etwas Leckeres essen, noch mehr ausruhen, mit unglaublich netten Leuten  interessante Gespräche führen und früh schlafen gehen. Punkt. Das war’s. Ich  kann mich nicht daran erinnern, jemals so entspannt und glücklich gewesen zu  sein. Ich fühlte mich wie im Paradies.  

Der Gedanke, dass man sich hier nach etwas anderem sehnen könnte, kam mir  überhaupt nicht. Bis ich von einer recht wohlhabenden Familie in ihr  wunderschönes Haus auf dem Festland eingeladen wurde. Dort hing, über  edlen Mahagoni‐Figuren, ein einziges Bild an der Wand: eine Kirche im Schnee.  Ich fragte nach und lernte, dass meine Gastgeber von unserem Klima  schwärmen. Dass sie sich nach Erfrischung sehnen. Dass das Sehnsuchtsort ist:  eine Kirche im Schnee. Wahrscheinlich irgendwo in Bayern. 

Klingt verrückt. Jedoch macht das äquatoriale Klima den Thais tatsächlich zu  schaffen. Immer ist es feucht und heiß. Dass sie nie richtig schöne Blusen oder  Hemden tragen können, weil sie im Nu verschwitzt sind, mag da nur eine  Fußnote sein und nach modischem Schnickschnack klingen. Aber die Frauen  stört es wirklich und ich kann sie gut verstehen. Ich hatte das Problem natürlich auch.  

In meiner Hängematte fiel mir Tage später die Lösung ein. Wenn es bequeme  Achselpads gäbe, würde ich sie sofort kaufen, dachte ich. Was ich damals noch  nicht wusste: Es gab sie tatsächlich nicht. Nirgends.    

Teil 2: Die Wirklichkeit  Meine wunderbare Zeit in Thailand war irgendwann vorüber. Die Energie, die  ich dort gewonnen habe, sollte ich mir allerdings bewahren. Nicht mehr in den  Alltagstrott zurückfallen, sondern die Dinge gelassener angehen und liebevoll  betrachten. Das ist natürlich ein ziemlicher Spagat zwischen den Welten. Klappt  nicht immer, aber immer häufiger.  

Diese neue Achtsamkeit, die Frage, was wirklich richtig für mich ist, hatte sicher  einen großen Anteil daran, dass mich meine Produktidee immer wieder  einholte. Und irgendwann nicht mehr losließ. So wie ein Traum, den man  solange aufs Neue träumt, bis er Wirklichkeit wird. Mir war plötzlich klar, dass  ich selbst die Achselpads entwerfen musste, ganz einfach weil es sonst  niemand tut. Klingt banal? Vielleicht war es das auch. Ich nahm mir eine  (weitere) Auszeit vom Job und legte los.   

Nach ein paar Wochen, die ich an meiner Nähmaschine (meistens) und am  Zeichenblock (seltener) verbrachte, wusste ich, wie die Pads einmal aussehen  sollten. Darauf meldete ich dann ein Patent an. Wer so etwas schon einmal  gemacht hat weiß, wie ich mich fühlte. Es war fortan meine Priorität. Entsprechend  kümmerte ich mich darum. Mein Anspruch war, die in jeder Beziehung besten  Achselpads auf den Markt zu bringen. Sie sollten saugstark, atmungsaktiv und  umweltfreundlich sein. Das hieß, ausschließlich hochwertige und nachhaltige  Materialien und auf keinen Fall chemische Produkte zu verwenden. Das hieß  auch, die optimale Passform für den höchsten Tragekomfort herauszufinden. 

Mein Leben nahm eine neue unerwartete Wendung. Ich war plötzlich  Produktdesignerin, Projektentwicklerin und Managerin – Finanzplanerin bin ich  ja vorher schon gewesen. Ich hatte Kontakt mit vielen spannenden Menschen  aus verschiedenen Branchen, mit Textilingenieuren, Werkzeugmachern,  Kosmetikerinnen. Eine aufregende Zeit! Manches, wie die 3D‐Bogenform, die  es erlaubt, den Pad nicht spürbar unter der Achsel zu tragen, war recht schnell  gefunden. Anderes dauerte länger. Zum Beispiel, wie sich die Pads maschinell  und in hoher Auflage produzieren lassen. Zum Glück stießen meine  Entwicklungspartner von der Technischen Universität Dresden schließlich auf  ein Ultraschall‐basiertes und umweltschonendes Herstellungsverfahren.  

Es freut mich sehr, dass ein soziales Projekt – eine Werkstätte für behinderte  Menschen in Rheinland‐Pfalz – über die entsprechenden Maschinen verfügt  und heute die Produktion der Achselpads realisieren kann. 

Den schnellsten und einfachsten Weg habe ich bei der Umsetzung der  Softwings ganz bewusst nicht gewählt. Ich habe meine Idee nicht an eine große  Hygienefirma verkauft, sie ist bis heute in meiner Nähe geblieben. Es war mir  viel zu wichtig geworden, mich immer an meinen eigenen Wertmaßstäben und  Qualitätsansprüchen orientieren zu können. Deshalb lasse ich auch nicht  günstig in China oder sonstwo produzieren, darum werden alle Materialien in  Deutschland von hiesigen Unternehmen hergestellt und verarbeitet.  

Ich glaube, dass sehr viel von „meiner“ thailändischen Mentalität in den  Entwicklungsprozess geflossen ist: Lass dir Zeit, genieße und sei überzeugt von  dem, was du tust. Ohne die Hängematte am Inselstrand hätte es Softwings nie gegeben.